Monkey Jumble


Europas größtes Drachenboot-Langstreckenrennen ging am 12. Oktober in die nächste Runde.

Nachdem wir letztes Jahr die erfrischende Erfahrung gemacht haben, von Startplatz 37 aus zu starten und uns durch das Getümmel des Starterfeldes nach vorne zu kämpfen, starteten wir, dank schneller Finger bei der Anmeldung, nun wieder wie in den Vorjahren von Startreihe 2. Wir hatten uns unterbewusst deshalb schon auf ein etwas ereignisloseres Rennen eingestellt. Eine Fehleinschätzung, wie sich herausstellen sollte. Es wurde eines der aufregendsten Monkey Jumble Rennen, die wir bisher seit 2011 erlebt haben.

Unsere übliche Strategie, die Flucht nach vorne, um nicht in den Pulk und damit in zu erwartende Zusammenstöße und Unfälle zu geraten, hat nur bis zur sechsten Minute funktioniert. Wir hatten uns bereits zu den Teams aus der ersten Startreihe vorgekämpft, als das vorausfahrende Team der Zeppelinos unerwartet vor unseren Bug zog. Die Physik ist da leider ziemlich gnadenlos, da wo schon ein Boot ist, kann kein zweites sein. Alles Abbremsen nütze nichts, wir sind voll in die Freunde vom Bodensee reingerauscht und haben diese quer über die Saar gedreht. Körperlich lädiert wurde dabei glücklicherweise nur unser Drachenkopf, der mit einem schnellen, aber vernehmlichen „Krack“ seinen Dienst quittiert hat.

Nun kopflos konnten wir uns schnell aus der Situation befreien. Rechts vorbei am Pulk ging es auf die erste Wende zu. Auf Grund der Verzögerungen durch unseren Zusammenstoß hatten wir leider keine freie Fahrt in der Wende und konnten deshalb nicht auf der Ideallinie bleiben. Aber das Glück hatte uns wieder eingeholt und wir sind ohne weitere Berührungen durch die Wende gekommen.

Jetzt hatten wir endlich freie Fahrt. Mit hohem Tempo ging es zur zweiten Wende, die wir nach für uns sagenhaften 26 Minuten erreicht hatten. Halbzeit! Jetzt galt es durchzuhalten und sich gegen die Strömung zu behaupten. Ein paar der Top-Teams mussten wir zwischenzeitlich passieren lassen. Die Angriffe der Startnummer 47 konnten wir hingegen bis zur dritten und letzten Wende kontern. Erst nach der letzten Wende konnten die Mannheimer an uns vorbeiziehen.

Die letzten 1.900 Meter standen nun an und es galt, die letzten Kräfte zu mobilisieren. Nach 53 Minuten und 42 Sekunden erreichten wir erschöpft, aber glücklich und zufrieden mit unserer Leistung das Ziel. Platz 14 von 56 sprang am Ende damit für uns raus. Wir freuen uns bereits auf das Monkey Jumble 2020.

(jg)