Das KWS Drag-Team beim BKW-Armadacup in Bern

Wie in den Jahren zuvor war auch dieses Jahr der BKW-Armadacup in Bern, der am 29. Oktober stattfand, der sportliche Saisonabschluss des KWS Drag-Teams. Der Massenstart mit rund 40 Drachenbooten auf dem engen See hat seinen eigenen Reiz. So viele Boote auf so wenig Raum stellen den Veranstalter natürlich vor besondere Herausforderungen in Bezug auf die Sicherheit. So kam es in der Vergangenheit auch immer wieder zu Startunfällen, die glücklicherweise allesamt glimpflich ausgingen. Auch die KWS verloren im letzten Jahr infolge einer solchen Kollision fast eine Minute und mussten eine furiose Aufholjagd starten, wir berichteten. In diesem Jahr hatte sich der Veranstalter viel vorgenommen in puncto Startprozedur.

Morgens vor dem Rennen fand ein „Team Captains Meeting“ statt. Im Reglement steht in fettgedruckten Buchstaben der Satz „Das Meeting ist ebenso für alle Steuerleute obligatorisch“. Allerdings entsandten nur schätzungsweise die Hälfte aller teilnehmenden Teams Vertreter in das Meeting. Strafen wurden hierfür keine ausgesprochen. In dem Meeting wurden alle sicherheitsrelevanten Punkte des Rennens erläutert. Insbesondere wurden Zeitstrafen von 60 Sekunden oder sogar Disqualifikationen angekündigt für Regelbrüche oder Unsportlichkeiten. Alle Startreihen seien videoüberwacht und man könne sich hundertprozentig sicher sein, dass jeder Fehlstart mit einer Zeitstrafe geahndet werde. Um es gleich vorweg zu nehmen, all diese Ankündigungen waren leere Drohungen.

Unser Boot fand sich pünktlich auf dem vorgesehenen Startplatz ganz links in Reihe 3 ein. Eine Uhr lief runter bis auf Null. Jeder, der am Team Captains Meeting teilgenommen hat, hätte mitbekommen können, dass dies aber gar nicht das Startsignal war, sondern der Start per Schuss aus der Startpistole erfolgt. Als die Uhr auf Null sprang, fuhren die hinteren Boote bereits los. Die „Stop, stop!“-Rufe des Starters brachten das Feld wieder zum Stehen. Die anschließenden „backwards“-Kommandos fanden allerdings kein Gehör. So kam es, dass sich neben uns bereits mehrere Boote mit hohen Startnummern tummelten, die eigentlich hätten viel weiter hinter stehen sollen. Die eh schon eng besetzten Reihen wurden hierdurch noch weiter verdichtet. Hektisch wurde die erste Reihe ausgerichtet, alles was dahinter passierte wurde vom Starter weitgehend ignoriert.

Als der Schuss erfolgte, setzten sich alle Boote in Bewegung. Es kam, was bei dieser Enge kommen musste, aufgrund von etlichen teilweise sehr heftigen Kollisionen entstand bereits nach wenigen Metern ein heilloses Durcheinander, bei dem sogar zwei Trommlerinnen, eine davon unsere, von ihren Sitzen ins Wasser zwischen die fahrenden rund zwei Tonnen schweren Boote fielen. Man kann von großem Glück sprechen, dass dabei niemand ernsthaft zu Schaden kam. Die Serie von Unfällen setzte sich auf den ersten 500 Metern fort, aber auch danach wurde teilweise mit dem Messer zwischen den Zähnen gefahren. Alles, was man sich an Unsportlichkeiten vorstellen kann, wurde ausgelebt, von Boot festhalten bis mit dem Paddel nach Leuten stechen. In der Wende nach der Hälfte der insgesamt 9 Kilometer langen Strecke hatten wir dann wieder einen Crash. Dieses Mal hing ein Boot mit dem Bug auf unserem Heck. Am Ende des Rennens waren wir schließlich froh, dass das gesamte Team unverletzt im Ziel angekommen war.

02.11.2011 / pb

 

Wer sich ein genaueres Bild über den Start machen will, sollte sich folgendes Youtube-Video anschauen, das einen Teil des Chaos bildlich dokumentiert: Youtube-Video