Monkey Jumble


Europas größtes Drachenboot-Langstreckenrennen ging am 7. Oktober in die nächste Runde.

52 Teams gingen beim diesjährigen Monkey Jumble über 11 Kilometer in Saarbrücken an den Start. Mittlerweile muss man schnell sein, wenn am 1. August um 0 Uhr die Anmeldeseite für Europas größtes Drachenboot-Langstreckenrennen online geschaltet wird. Um ca. 5 Minuten nach Mitternacht waren bereits alle Startplätze ausgebucht und die ersten Mannschaften landeten schon auf der Warteliste. Unser Anmelder Max war schnell und konnte sogar einen Platz in der ersten Startreihe für uns ergattern.

Auch beim siebten Mal Monkey Jumble wurde die Gänsehaut nicht weniger, als die letzten 30 Sekunden vor dem Start laut runtertickten und ein "Showtime" und drei donnernde Kanonenschüsse das Rennen eröffneten. Über 1000 Sportlerinnen und Sportler rissen in diesem Moment gleichzeitig an ihren Paddeln und verwandelten die bis dahin ruhige Saar in Sekundenschnelle in ein tosendes Wellenmeer.

"Von Anfang an Vollgas!" lautete unsere Devise. Nach bereits ca. 1,5 Kilometern wartete schließlich am Osthafen schon die erste Wende und da wird es erfahrungsgemäß ganz schön eng, wenn das halbe Starterfeld gleichzeitig um die Kurve möchte. Aus diesem Getümmel wollten wir uns durch Flucht nach vorne raushalten. Das klappte auch ganz gut. Die anderen drei aus der ersten Reihe gestarteten Boote konnten wir noch vor der Wende hinter uns bringen, lediglich die aus Reihe 3 gestarteten Neckardrachen mussten wir in der ersten Wende innen passieren lassen. Da wir dadurch die Wende etwas weiter fahren mussten, konnten die Rheingauner aus Wiesbaden, auf die wir vorher schon etwas mehr als eine Bootslänge rausgefahren hatten, wieder innen auf uns aufschließen und sich erneut neben uns setzen. Dicht dahinter folgten uns schon Drag Attack aus Wuppertal, die kurz nach der Wende an uns vorbeizogen. Vor der Luisenbrücke gelang es uns, die Rheingauner ein zweites Mal abzuschütteln, so dass wir bis zur zweiten Wende am Bürgerpark freie Fahrt hatten.

Unbedrängt ging es also nach 5,5 Kilometern Fahrt durch Wende 2 wieder flussaufwärts Richtung Start-Ziel. Wenig später wurde von hinten die Trommel der Hochrhein Paddler aus Bad Säckingen immer lauter. Genau wie die Neckardrachen und Drag Attack gehören auch die Hochrhein Paddler, auch bekannt als Thunder Dragons Hochrhein, zu den absoluten Top Teams im Drachenbootsport. Doch bis zur dritten Wende nach rund 9,5 gefahrenen Kilometern konnten wir die Position 3 im Teilnehmerfeld behaupten und noch vor den Hochrhein Paddlern die Wendebojen am Osthafen umkurven. Nach dieser letzten Wende wurden wir dann aber doch kassiert, und das gleich im Doppelpack. Links schob sich das zweite Team der Neckardrachen aus Heilbronn an uns vorbei und rechts enteilten die Hochrhein Paddler. Egal. Beide nicht wirklich unsere Liga. Viel wichtiger war, dass alle Teams, die üblicherweise in der Breitensport-Klasse starten, noch hinter uns lagen.

Noch einmal ging es also vom Kraftwerk Römerbrücke zum Ziel auf Höhe des Staatstheaters. Die Muskeln taten nun richtig weh, aber jeder im Boot wusste, das wird ein tolles Ergebnis, wenn wir das Tempo jetzt halten können. Angetrieben von diesem Gedanken schoben wir das Boot Schlag für Schlag Richtung Ziel. Nach 52 Minuten und 49,9 Sekunden passierten wir schließlich die Ziellinie. Lediglich vier Leistungsklasse-Teams hatten uns im Rennverlauf überholt. Als wir uns im Ziel angekommen nach hinten umschauten, war da kein anderes Boot mehr zu sehen. Aber war vielleicht doch noch ein Team aus einer der hinteren Startreihen schneller als wir? Schließlich gilt für das Ergebnis die gefahrene Nettozeit. Die Siegerehrung brachte dann die Gewissheit: Platz 5 für das KWS Drag-Team beim Monkey Jumble 2017! Ein hervorragendes Ergebnis und krönender Abschluss unserer diesjährigen Drachenboot-Saison, die bereits vorher mit sehr guten Platzierungen in Merzig, Kassel und Essen einen tollen Verlauf nahm.

(pb)